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Stichwortverzeichnis 
nur interessant für Angehörige meiner Familie
und weitere Verwandtschaft

Wappenbeschreibungen Nagel


Da ich bei meinen langjährigen Forschungen über unsere Vorfahren leider keine Spur eines Familienwappens entdecken konnte, so habe ich beschlossen, für mich und mein Haus ein solches zu begründen, in der Hoffnung, daß auch meine Geschlechtsvettern näheren oder entfernteren Grades, dasselbe annehmen werden, und so noch nach hunderten von Jahren das gemeinsame Wappen von der bestehenden Blutsverwandtschaft Zeugnis ablege.Daß unser Wappen bei der Beschaffenheit unseres Familiennamens ein sogenanntes redendes Wappen sein muß, d.h. ein solches, in welchem das, was der Name besagt, auch wirklich abgebildet ist, darüber kann wohl kein Zweifel obwalten. Doch eignet sich ein einzelner Nagel in keiner Weise dazu, ein Schild, oder auch nur ein Schildfeld ganz auszufüllen, wie es doch die Gesetze der Heraldik verlangen. Andererseits würde, wenn man ihn durch eine Menschen- oder Thierfigur halten ließe, seine Kleinheit ihn allzusehr zurücktreten lassen, was wieder mit seiner Bedeutung für das Wappen nicht im Einklang stehen würde.

Wappen der Familie Nagel
 

Um deswillen bin ich der ja häufig vorkommenden Gewohnheit gefolgt, das Namensbild im Wappen zu vervielfältigen, und zwar habe ich mich für die Annahme von drei Nägeln entschieden, weil soviele bei der Kreuzigung unsers Heilandes auf Golgatha gebraucht worden sind.

Die drei Nägel repräsentieren also gewissermaßen den Gekreuzigten selber, und indem wir diese, und nichts anderes, in unser Wappenschild und in die Helmzier aufnehmen, wollen wir uns damit nicht nur im Allgemeinen als eine christliche Familie kennzeichnen, sondern auch insbesondere der Überzeugung Ausdruck geben, daß unsere ganze Hoffnung in Zeit und Ewigkeit nur auf JESU, dem Gekreuzigten, beruht. Was Petrus auf der Apostelsynode zu Jerusalem mit den Worten ausspricht: wir glauben durch die Gnade des HERRN JESU CHRISTI selig zu werden (Apostgesch.15,11.), was Paulus an die Corinther schreibt: ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, ohne allein JESUM Christum, den Gekreuzigten (I.Cor.2,2.), und was in den bekannten Liedesworten wiederklingt:

Wollt ihr wissen, was mein Preis? Wollt ihr lernen, was ich weiß?
Wollt ihr seh'n mein Eigenthum? Wollt ihr hören, was mein Ruhm?

JESUS der Gekreuzigte !

das sollen kurz die drei Nägel in unserm Wappen andeuten.

Damit bleiben wir auch jedenfalls in den Bahnen, auf denen, soweit wir sehen können, schon unsere Vorfahren gewandelt sind. Hat doch derjenige unserer Ahnen, von welchem an sich das geistliche Amt in ununterbrochener Reihe bis auf mich und meine Kinder fortgeerbt hat, der Präpositus Samuel Nagel in Bahn (geb. 1722 † 1797) als Wahlspruch seines Lebens das bekannte Wort gehabt:

Si Jesum bene scis, satis est, si cetera nescis;
Si Jesum nescis, nihil est, si cetera discis.

Wollin gemein hatte, so dürfen wir wohl mit Recht annehmen, daß er sich damit auch als dessen Gesinnungsgenossen, also als einen treuen Anhänger der lutherischen Lehre bekennen wollte, von der es mit Recht heißt: Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehen nun und nimmermehr !

Was dann weiter die von mir gewählte Stellung der drei Nägel in unserm Wappen anlangt, von denen der eine senkrecht steht, während die beiden andern ihn in der Mitte kreuzen, so bin ich darauf durch das bekannte Monogramm Christi geführt worden, welches mein seliger Vater so lange, wie ich denken kann, erst in seinem Petschaft, dann auf dem Siegelringe hatte mit der Umschrift:      In hoc signo vinces.

 

Mein Bruder Johannes und ich sind ihm darin nachgefolgt . Die Grundlinien dieser Figur finden sich in der Stellung unserer drei Nägel wieder, so daß auch in dieser Beziehung die Familientradition in unserm Wappen gewahrt ist .

Wenn ich endlich den drei Nägeln die Farben weiß und roth gegeben habe, so sind dafür die Worte aus dem Hohenliede (cap. 5,10.) maaßgebend gewesen, wo die Braut ihren Seelenbräutigam JESUM CHRISTUM also beschreibt:
"Mein Freund ist weiß und roth, auserkoren unter vielen Tausenden.
Die weiße Farbe bedeutet seine fleckenlose Heiligkeit, die rothe Farbe sein blutig Leiden und Sterben. Auf beidem beruht die unumstößliche Gewißheit der durch IHN geschehenen Erlösung. Deswegen habe ich diese Farben auch für den Schild, den Flug und die Helmdecken beibehalten.

So sei denn dies die Losung unserer ganzen Nagel-Familie:
Crucifixus effugium nostrum ! Der Gekreuzigte unsere Zuflucht !

Halten wir daran fest im Leben und im Sterben, dann mögen wir noch so weit von einander entfernt sein, und uns persönlich garnicht kennen, wir kommen doch endlich einmal zusammen in dem himmlischen Vaterhause, da,
wo vor Gottes Angesicht unsrer Väter Glaube pranget.
Möge dort keiner von uns allen fehlen !

Strehlen, den 30. November 1905.
Ernst Nagel,
Superintendent

 

 

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