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    Die Danziger  Mennoniten - Sippen

Die Danziger Mennoniten - Sippen, unsere Ahnen, habe ich auf besonderer Tafel zusammengefasst, weil sie, am weitesten zurückreichend, eine Familieninsel für sich bilden, sowohl abstammungsmässig, wie religiös und örtlich.
Zwischen 1550 und 1650 etwa sind sämtliche Ahnenfamilien mennonitischen Glaubensbekenntnisses aus Holland ausgewandert oder vertrieben worden, anscheinend weil die spanische Verfolgung unter Alba auch sie in Drangsal brachte u. weil nach der Niederwerfung der aufrührerischen Wiedertäufer in Münster und Mühlhausen u.a. die sogenannten Doopgesinnten, die die Kindtaufe ablehnenden Anhänger des reformierenden ostfriesischen Mönchs Menno Siemons, nach dem die Mennoniten genannt wurden, in Mißachtung und teilweise in Verfolgung gerieten.

So kamen die stillen, nüchternen, arbeitsamen und gottesfürchtigen Menschen, die durchaus keine Aufrührer waren, ins Weichseldelta und fanden dort, anfangs nicht unfreundlich aufgenommen, eine neue Heimat. Später, als ihre Tüchtigkeit und ihr handwerkliches Können den Neid der Danziger Spießbürger zu erregen begann, hatten sie mancherlei Schikanen und Bedrückungen, auch durch die polnischen Könige und deren Starosten auszustehen gehabt. Vielleicht haben diese Nöte, die besonders in Kriegszeiten schlimm wurden, die Charaktere besonders gefestigt.  

Ihre Besonderheiten begründeten die Mennoniten durch ihre Auslegung von Bibelsprüchen.  Danach war Rauchen verboten - denn was zum Munde ausgehet, das verunreinigt den Menschen  -Trinken aber war erlaubt. ( Sie waren ja, wie auch unser Urgroßvater, vorzügliche Meister der Branntweinbrennkunst, der doppelte Danziger Lachs und das Danziger Goldwasser sollen von Mennoniten eingeführt sein. )
Auch besondere Kleidersitten leiteten sie von der Bibel ab, z.B. daß Knöpfe und Taschen unerlaubt seien :  Wer sick up sin Liw Tüch hängt mit Knöpp an un Taschen, v'dän soll Gottke bewohr mi  - de gräsige Dübel erhaschen .  So heißt die eine Regel.  Die andere lautet:  Doch wer sin Lewetag nur met Haken un Ösen sick tonestelt de Jack, da ward de leiw Herrgott erlösen .

In den puritanisch einfachen Kirchenräumen durften die Mennonitenfrauen nicht ihre Hüte aufbehalten, sondern mußten sie sofort durch Hauben ersetzen. Ebenso führten die abweichenden Barttrachten zu Gemeindekämpfen. Ein Eid durfte nicht gelei8tet werden. ( Eure Rede sei  Ja, Ja , was darüb er sagt, ist vom Übel )  Und die Kindtaufe hielten sie für unzulässig, weil in der Bibel steht : Wer da glaubet und getauft wird - also müsse der Glaube voraufgehen und das könne vom Kleinkind nicht erwartet werden.

Unter den Ahnen gibt es viele, die als Älteste und Prediger oder durch Stiftungen viel für die Mennonitenkirche in Danzig und für ihre Armen- und Witwenfürsorge Wesentliches geleistet haben.

Aus dem Ahnenbereich stammt übrigen. auch der Dichter Hermann Sudermann, vielleicht auch der um 1550 geborene Kirchenlieddichter Daniel Sudermann,  ( Suderman ) . Berühmte Vorfahren waren der zweimal als Ahn erscheinende Adam Wybe ( Wiebe ) van Harlingen, der ein hervorragender Danziger Stadtbaumeister um 1630 war und als solcher bei den Festungsbauten auf dem Bischofsberg die Drahtseilbahn erfand, die von den Zeitgenossen bewundert wurde. Ferner die 1485 aus Brügge stammende, in Antwerpen und Amsterdam zur Malergilde gehörige Familie de Momper, die 14 Künstler in ihrer Sippe zählt und von der  Joos de Momper in allen Galerien Europas vertreten ist. In Danzig nannten sie sich Momber.

Friedrich Wagner-Poltrock

 

 

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