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Stichwortverzeichnis 
nur interessant für Angehörige meiner Familie
und weitere Verwandtschaft

Auszug aus
Chronik und Stammbaum
der Familie von Holst
von Dr. med. Leopold von Holst, Freiburg, 1911

 

Heinrich Christian von Holst
1763 - 1812

Heinrich Christian von Holst,

 

   * in Riga den 22. 01. ( 02.02. ) 1763, † 19.11. ( 01.12. ) 1812 in St. Petersburg. in erster Ehe
  mit Wilhelmine Schroeder
  (Tochter des Chirurgen Schroeder),   
   proklamiert den 1. Advent 1785.  In zweiter Ehe mit Friederike Wilhelmine Timm,
   * den 08./19.08. 1777 , † 26.10. ( 07.11. ) 1846.

Ritter des Wladimirordens 4. Klasse, Titularrat, Kreismarschall. Als er eben gestorben war, trafen die Insignien des Annenordens 2. Klasse für ihn ein. Am 17./28. 11. 1789 wurde er zusammen mit seinem Bruder Johann Valentin von Joseph II. geadelt, als Besitzer des Gutes Winkelmannshof in Livland in das Adelsgeschlechtsbuch des livländischen Gouvernements ( 1. Klasse ) eingetragen.

Er hatte Theologie studiert und war auch 1783 Rigascher Stadtkandidat geworden ( am 10.10. hielt er seine erste Predigt über 1. Petri V. 5 ), in der Folge verzichtete er aber auf die Beförderung ins Predigeramt und widmete sich der Landwirtschaft. Er lebte zunächst auf seinem Gute Winkelmannshof in der Nähe von Riga. Sein Freund Graf Sievers, dessen Geschäfte er zum Teil führte, bot ihm das Gut Barbarowa im Minskischen Gouvernement, das er geerbt hatte, unter außerordentlich billigen Bedingungen zur Arrende an. Holst akzeptierte und zog,  nachdem er Winkelmannshof 1796 auf 90 Jahre für 20 000 Taler dem Major Otto von Anrep verpfändet hatte, nach Barbarowa, wo er in glänzenden Verhältnissen gelebt hat.

Nachdem er das Gut 15 Jahre in Arrende gehabt hatte, hatte er sich ein grosses Vermögen erworben und kaufte daher,  wiederum unter äußerst günstigen Bedingungen,  Barbarowa, wobei er das Nebengut Goloffschitz, das in Wilhelminenhof um≈ wurde,  sofort seiner Frau schenkte, was später testamentarisch festgelegt wurde.  Das Jahr 1812 wurde auch ihm zum Ruin. Er hatte bei grossen Getreideeinkäufen, die er durch den Krieg verlor, so grosse Verluste gehabt, dass sich das Gut nach seinem Tode, der bald darauf erfolgte, nicht mehr halten liess, wie auch aus seinem Testament, das erhalten geblieben ist, ersichtlich ist. 

Er hatte schon lange an schweren Kopfschmerzen gelitten und war in Petersburg operiert worden,  worauf die Schmerzen nachliessen,  jedoch fing er nach der Operation an zu kränkeln und starb nach wenigen Jahren in Petersburg. Nach seinem Tode standen seiner Frau zwei Freunde, Rosenberg und Kessler, zur Seite, die auch Holst bei der Bewirtschaftung der Güter behilflich gewesen waren.

Auf deren Rat wurde Barbarowa an Horwat verkauft und Friederike Wilhelmine  Holst zog ( der Kuriosität halber sei es hier erwähnt, mit 15 Fuhren, 20 Leibeigenen und einem Kamel ) nach Russel in Livland,  später lebte sie in Lemsal und Riga. 3 Jahre darauf bezog sie ihr vom Vater ererbtes Gut Kulsdorf, wobei sie fast allen ihren Leibeigenen die Freiheit schenkte, weil sie hier in beschränkteren Verhältnissen leben musste. Sie hinkte ein wenig und ging daher stets auf einen Stock gestützt, sie fuhr in späteren Jahren stets in geschlossenem Wagen mit einem Vorreiter. Die liebenswürdige und stets heitere Frau wurde in Lemsal und Riga hoch geschätzt und verehrt.  

Descendenz des Heinrich Christian. 

Kind aus erster Ehe mit Wilhelmine Schroeder :

Wilhelmine,
* __.09. 1786. 

Kinder aus zweiter Ehe mit Friederike Wilhelmine Timm: 

Karl Heinrich,
* den 05./16.01.1797 in Kowno. Er wurde tiefsinnig, blieb unverheiratet und war aus dem Militärdienste dimittiert worden. In seinem 70. Lebensjahre wurde er in Laichingen (Württemberg) geheilt und starb daselbst 1866.  

Jacob Johann (Jacques),
* den 18./29.04.1798 in Barbarowa, † 7./19. III. 1833.
mit Charlotte von Reussner den 11./23. IV. 1830 ( * den 24.03. ( 05. 04. ) 1807,† 19. 11. ( 01.12. ) 1887. Tochter des Pastors Joh. Andr. von Reussner zu Ubbenorm und Anna Luise * v. Tiesenhausen ). Er studierte 1814 -17 in Dorpat Kameralwissenschaften.  Besitzer von Kulsdorf und Lemsküll

Kinder :

Wilhelmine Luise, *31.01. ( 12.02. ) 1831.    1852 mit Julius von Irmer, Titularrat. ( Besitzer des Gutes Kegeln in Livland. †  27.08. ( 08.09. ) 1869
 

 Kinder:

 1. Helene Charlotte, * den 27.09. ( 09.10. ) 1853

     in Kulsdorf ( Livland. ) 

2. Hermann Julius, * den 15./27. 03.1855. Lektor der deutschen
   Sprache an der Universität Charkoff und Direktor des weibl.
   Gymnasiums daselbst. Wirkl. Staatsrat.
mit Bianca Javitz. 

3. Marie, * den 23. 08. ( 04.09. ) 1856 in Kulsdorf. 

4. Oskar, geh. den 08./20. 07.1858 in Kulsdorf.
   Akzisebeamter in Orel, † in Riga  den 29. 11. ( 11.12. ) 1889. 

5. Berta, * den 06./28. 06.1859 in Kulsdorf.  
   
den 31.07. ( 12.08.1879 ) mit Oswald Köhler,
    Oberlehrer in Orel. 

6. Otto Theodor, * den 18./30.10.1860 in Kegeln.  
    Bevollmächtigter in Riga.     
   
den 05./18.12.1905 mit Frieda Kloos. 

Karl Heinrich Andreas,
* den 05./17.02.1832, † 19. IV. ( 01.05. ) 1833. 

Wilhelmine Johanna,

* den 22. 02. ( 06. 03. ) 1801 zu Barbarowa; † den 12./24. 07.1829 in Riga. im Jahre 1822  mit Dr. med. Karl Ernst Brutzer in Riga ( * den 31.01. (11.02. ) 1794, †  21.02.( 21.02. ( 05.03. ) 1877 in Riga )


Kinder:
a.  Maria Charlotte, * den 20.10. ( 01.11.  1823.
19.02.1847 mit Dr.
    Wilhelm Brachmann aus Riga, später in Breslau.

b. Wilhelmine Henriette, * den 24. 07. ( 05.08. ) 1825, unverheiratet
    in Riga † den 12./24.01.1885.

c. Alexander Konstantin, * den 19./31.01.1827,

   † den 11./23. X. 1827.

d. Heinrich Konrad, * den 30. 04. ( 12.05. ) 1828,

    † den 15./27. 09.1828.

 


Robert Wladimir
,

* den 25.09. ( 07.10. ) 1802 zu Barbarowa, † den 12./24.11.1828 an der

Schwindsucht. Studierte von 1823-25 Nationalökonomie in Dorpat, worauf er eine Reise nach Italien mit dem bekannten Maler Preller unternahm. Besitzer von Tegasch im Kirchspiel Ubbenorm.   den 28. 08. ( 09.09. ) 1827 mit Alexandra Auguste Nicolai  ( * den 24.02. ( 06.03. ) 1807 zu Klingenberg, † den 26.05. ( 07.06. ) 1858 in Kannapäh. Tochter des Johann Friedrich Nicolai

und Anna Katharina, verw. Holst, * Timm.) (Siehe  Seite 6 Nr. 25.)


Kind:

Anna Wilhelmine,

* den 15./27.11.1828 nach des Vaters Tode in Lemsal, t am 21.06. ( 03.07. ) 1899 in Pernau.   mit Pastor Georg von Holst (113) zu Kannapäh am 08./20.05.1853. Sie war eine Frau von innigem und tiefem Gemütsleben, großer Frömmigkeit, Demut und überströmender Liebe. In ihrer hervorragenden Selbstlosigkeit opferte sie sich, ohne ihre schwache Gesundheit zu schonen, für andere auf.  Viele Stunden des Tages war sie für Kranke aus der Gemeinde Kannapäh zu sprechen, denen sie homöopathische Arzneien austeilte. Wo sie Elend sah, konnte sie ungeahnte Mittel und Wege zu seiner Linderung erdenken. Sie beschenkte jeden Weihnachten ca. 60 estnische Patenkinder. Zu ihren vier eigenen Kindern nahm sie noch Pflegekinder an, die zum Teil in Kannapäh ganz erzogen wurden und sie in ihrer langen, schweren letzten Krankheit, wie auch ihren Mann, bis zum Tode pflegten. Da sie sich nie zu schonen verstand, rieb sie sich bald auf, so dass nicht selten Gereiztheit und Hastigkeit sich ihrer bemächtigten. Sobald aber die Anspannung der Nerven nachließ, war sie wieder die Güte und Liebe selbst. "Sie ist wie ein Engel" war ein geflügeltes Wort, das in der Kannapähschen Gemeinde oft zu hören war .

Charlotte Wilhelmine,

* zu Barbarowa, ≈ am 07./19.05.1805, † 1807 ( begraben den 14./26. 11.1807

 

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