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nur interessant für Angehörige meiner Familie
und weitere Verwandtschaft

 

  Johann Robert Wilhelm Brachmann   l822 - l892

Er war das jüngste von vier Geschwistern. Die drei anderen bekamen Scharlach. " Da kam der kleine, wilde Bursch aus den engen Verhältnissen seines elterlichen Hauses in der Vorstadt zu dem reichen Onkel Christian Ewald in das schöne, große Haus in der Stadt. Die drei älteren Geschwister waren : Wilhelmine, (später verh. mit Handelsschuldirektor Steinhaus in Breslau ) Ewald, später Traducteur beim Ministerium in Brüssel, Johanna Friederike, ( später verh. mit Kaufmann Struck in Riga ). Nach langem Widerstreben willigten die Eltern ein, dass der damals etwa vierjährige Wilhelm als Pflegesohn ganz im Hause des kinderlosen Oheims blieb. Die Pflegeeltern reisten öfters nach Franzenbad und nahmen dann gern einen längeren Aufenthalt in Deutschland. So kam es, daß der kleine Wilhelm einmal einen ganzen Winter in Dresden weilte, wo er in der Pensionsanstalt des Lehrers Kaden ( Schwanen-Apotheke am Neustädter Markt ) untergebracht wurde.

In Riga besuchte er die Schule von Buchholz, dann, immer " fleißig und strebsam ", das Gymnasium in der etwas unbequemen, knappen Gymnasiasten "Uniform", blau mit roten Vorstößen. Großmutter Brachmann schrieb im Dresdner Kinderhause am 28. Mai l897, an dem Tage, wo vor 5 Jahren dieser " Ehrenmann im vollsten Sinne des Wortes " abgerufen worden war, " im Frühling als draußen die Bäume ihr neues Kleid anlegten und die Vöglein ihre Lieder anstimmten, " folgendes über ihn nieder: “ Als Knabe war er wild, oft unbändig und eigenwillig, stürmisch, lebhaft,- aber wohlwollend und barmherzig; als Jüngling wohl schwärmerisch, aber stets nach edlem Ideal aufwärts strebend. Treue war sein eigenstes Wesen; aufrichtig, wahrhaftig und bieder, peinlich gewissenhaft wurde er immer mehr in jeder Pflichterfüllung. Ein edel ritterlich und natürlich liebenswürdiges Wesen war ihm eigen; aber dabei war auch Einfalt ein gar lieber Charakterzug - eine Nathanaels Seele. Was er als recht erkannte, dafür setzte er seine ganze Kraft ein und verteidigte die Sache mit dem lebhaften Feuer seines Wesens und fester Energie. Aber gar vielfache Hemmungen erfuhr er in seinen Wünschen und Bestrebungen. Musik war sein Liebstes; una vita mea als Umschrift über einer Leier, so hatte er sich einen Siegelring arbeiten lassen. " Und was hat er uns für einen Schatz geschenkt in seinen Liedern ! Daneben hat er gründliche, geschichtliche Studien getrieben, so 1849 ein ausführliches Werk über" die Reformation in Livland " veröffentlicht. In Breslau hat er in jahrelanger anspruchsloser Arbeit der lutherischen Freikirche gedient. Auf seinem Grabstein in Heldrungen steht das Wort, das er in der Sterbensnot immer und immer wiederholte:
Ich gebe ihnen das ewige Leben.

 

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